Villa Schöning (abgerissen 2013)

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Die Villa Schöning wurde 1898/1899 von einem Zigarrenfabrikanten erbaut. Sie hatte 15 Zimmer und einige Nutz- und Wirtschaftsräume. Hohe Räume mit teuren Tapeten und Kassettendecken. Nachdem der Herr des „Schlosses“ 1924 verstarb wurde die Villa von seinen Kinder bis zum Ende des 2. Weltkriegs genutzt. Dann wurde sie von den britischen Besatzern bis ca 1950 beansprucht. Von 1952 bis 1981 war sie ein Altenheim.

Alois Heim erwarb die Villa als Altersruhesitz 1987/88 und wenige Wochen später auch den Bahnhof. Doch da er im öffentlichen Dienst beschäftigt war und seine „Zelte“ nicht von heute auf morgen abbrechen konnte, blieben die Gebäude jeweils für lange Zeit verwaist, was einige Vandalen darauf brachte, in den Gebäuden zu wüten und alles Brauchbare mitzunehmen. Alois Heim habe etwa 1989 schöne Möbel in die Villa sowie Werkzeuge und eine Nähmaschine in den Bahnhof gebracht. Das Dach habe er damals für 25.000 Mark herrichten lassen. Doch fast nichts blieb von den Zerstörungen verschont, selbst eine Haustür aus Eichenkassetten und die Stahltüren im Keller mussten ‚dran glauben. Ab dem Zeitpunkt begann der Niedergang des prachtvollen Hauses, die immer wieder von Vandalen heimgesucht wurde, die Einrichtung und Wänder zerstörten und beschmierten. Im April 2011 brach ein, vermutlich durch Brandstiftung gelegtes, Feuer aus und zerstörte einen Grossteil des Hauses. Es blieb nur eine Ruine.

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1. Villa Schöning

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Es war eines der ersten Objekte die ich besuchte und ich hatte noch nicht viel Erfahrung mit Fotografie. Daher sind mir leider einige Details entgangen. Die Fotos sind mit meiner alten Kamera gemacht und somit ab und zu von etwas minderer Qualität. Dennoch besitzen sie nach dem Brand von 2011 Seltenheitswert.

Historische Bilder könnt ihr bei der Geschichtswerkstatt Exter und der Geschichte Vlotho sehen.

Nach einer aktuellen Nachricht scheint die von Bränden und Vandalen geläuterte Villa Schöning es nun endgültig überstanden zu haben. Der LWL hat dem Gebäude den Denkmalschutz aberkannt und die Erbengemeinschaft wird aufgefordet die Reste der Villa abzureissen.
Quelle: Westfalenblatt

Hier ein Video für das ich JuneauPhoto herzlich danken möchte.

[Fotos aus dem Jahr 2010]

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Update No1: Fotos der Brandruine

Das Dach ist verschwunden, die oberen Etagen liegen auf den unteren, nahezu alles bis auf die Grundmauern ist zerstört. Der Zustand der Villa nach dem verheerenden Brand ist mehr als traurig. Ich nehme an, sie wird noch dieses Jahr verschwinden. Für die grossartigen Fotos möchte ich meiner lieben Frau ganz herzlich danken!

[Fotos aus dem Jahr 2012]

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Update No2: Details

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Einen letzten Besuch vor dem Abriss wollten wir der Villa noch abstatten.
Ich habe euch einige Details die dem Brand nicht zum Opfer gefallen sind fotografiert.

[Fotos aus dem Jahr 2012]

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Update No3: Das Ende

Der Abbruch der Villa Schöning ist vollbracht. Das Bad Salzuflener Unternehmen Ellerbrok rißs die einst hochherrschaftliche Fabrikantenvilla im Auftrag einer Erbengemeinschaft nieder. Das Grundstück wird komplett abgeräumt und soll möglichst verkauft werden. Das Baumaterial wird noch vor Ort sortiert und in Container verladen. Was bei dem verheerenden Brand im April 2011 zu sehr belastet worden ist, muss teuer als Sondermüll entsorgt werden. Auf Handarbeit verzichteten die Arbeiter. Junkies haben in dem Gebäude ihre Spritzen achtlos weggeworfen. Niemand möchte sich daran infizieren. Dunkle Gestalten hatten die verlassene Villa als »House of Pain« und als Spukschloss bekannt gemacht und dort gefeiert.

Der Berliner Alois Heim hatte die einst denkmalgeschützte Villa und den Bahnhof vor etwa 30 Jahren gekauft. Sein Sohn Bernhard Heim, der inzwischen die Erbengemeinschaft vertritt, sah die beiden Immobilien zum ersten Mal 1994 bei einem gemeinsamen Besuch in Vlotho. Er erinnert sich an Gespräche mit dem Bürgermeister. Für konstruktiven Vorschläge aus dem Rathaus habe sein Vater damals leider kein Ohr gehabt, bedauert er gegenüber der Zeitung. Villa und Bahnhof standen weiterhin leer. Vor allem die Villa wurde durch ungebetene Besucher schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Tod von Alois Heim übernahm die Stadt Vlotho im Jahr 2007 den Bahnhof. Die Villa blieb bei der Erbengemeinschaft.

Auf mindestens 50.000 Euro schätzt Bernhard Heim die Abbruchkosten. Ganz freiwillig investieren die Erben das Geld nicht. Nach dem Brand hatte der Kreis Herford die Eigentümer zum Abriss und zur Beseitigung des Bauschutts aufgefordert. Die Eigentümer ignorierten das. Im vorigen Jahr mussten sie 7.500 Euro Strafe bezahlen. »Jetzt wurde uns ein weiteres Zwangsgeld angedroht« sagt Bernhard Heim. Weil jedermann in die Ruine eindringen konnte, drohte der Kreis Herford damit, den Abriss auf Kosten der Eigentümer anzuordnen. »Es hat hier bereits gefährliche Zwischenfälle gegeben«, sagte der Leiter des Amtes für Umwelt, Planen und Bauen.

Die Erbengemeinschaft sucht einen Käufer für das demnächst abgeräumte Gelände. »Es ist 3700 Quadratmeter groß und liegt wunderschön im Wald. Hier kann man einen Wohnwagen und einen Liegestuhl aufstellen und den herrlichen Ausblick auf die Weser genießen«, nennt Bernhard Heim die Vorzüge dieses verkehrsgünstig an Hauptstraße und Bahnstrecke gelegenen Grundstücks. Nur bauen darf man hier nie wieder.
Quelle: Vlothoer-Anzeiger

[Fotos aus dem Jahr 2013]

4 Antworten auf Villa Schöning (abgerissen 2013)

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  2. M. Beck (Golf808 bei Allmystery)

    Echt eindrucksvolles Bildmaterial. Ich finde alte Gebäude und Industrieen extrem interessant, vor allem wenn noch Aufzüge bzw. Aufzugschächte usw. vorhanden sind!

    • Hallo Golf 808.

      Dich kenn ich doch noch aus anderen Foren 😉
      Ich finde solche Objekte auch immer spannend, da man noch richtig „die Geister der Vergangenheit“ spürt.

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