Nothing but…

https://www.auferstandenausruinen.de/wp/wp-content/gallery/ubersichtsbilder/nothing_but.png

“Die Welt ist im Wandel. Ich spüre es im Wasser. Ich spüre es in der Erde. Ich rieche es in der Luft. Vieles, was einst war, ist verloren, da niemand mehr lebt, der sich erinnert. […] Und was nicht in Vergessenheit hätte geraten dürfen ging verloren. Geschichte wurde Legende. Legende wurde Mythos.”
Quelle: Herr der Ringe – Die Gefährten

Dieses Zitat beschreibt die Entwicklung von sovielen Dingen. Seit gestern erinnert es mich an etwas , das zu Beginn meiner Ruinenbesuche als Leitspruch diente. Es passte inhaltlich und fühlte sich richtig an. Viele adaptierten diesen Leitspruch und schrieben ihn sich auf die Fahne:

“Take nothing but pictures, leave nothing but footprints.”

Ich interpretierte es als Art und Weise wie man mit historischen, verlassenen Stätten als ungebetener Besucher umzugehen hat. Etwas später stiess ich auf eine kleine Erweiterung des Spruches, den ich gerne annahm, da es noch ein wenig mehr verdeutlichte worauf es mir ankommt. Der Schutz der Natur, sei es auch nur eine Pflanze oder ein Würmchen, war mir immer sehr wichtig und so hiess mein Leitspruch von da an:

“Take nothing but pictures, leave nothing but footprints, kill nothing but time.”

Insbesondere der letzte Zusatz stiess vielen sauer auf. Es erschein vielen “albern” und ich durfte mich durchaus das ein oder andere mal anfeinden lassen. Aber ich blieb dabei. Mir erschien der Spruch weiterhin passend. Im Laufe der Jahre jedoch wurde dieses Leitmotiv immer inflationärer genutzt; jeder Hans-und-Franz-Ubrexer warf damit um sich und postete im selben Atemzug Fotos auf denen er eben jenes Leitmotiv direkt mit Füssen trat. Wie sooft bekam der Spruch auch für mich einen schalen Beigeschmack, da mir das natürlich keiner mehr abnahm, dass ich (als einer der wenigen) tatsächlich so handelte.

Nun begab es sich gestern, dass ich ein Posting eines Tierschutzvereines entdeckte, auf dem eben jenes Motto stand. Ich wunderte mich ziemlich stark, da ich diesen Spruch als ein Konstrukt der Ubrex-Szene geglaubt habe. Wie ich eingangs beschrieb, habe ich dieses Motto bereits ein wenig mehr auf Umweltschutz ausgedehnt und so erschien mir der direkte Zusammenhang zum Umwelt- und Tierschutz noch viel passender. Als ich nun versuchte herauszufinden warum sich Tierschützer eines Ubrex-Spruches bedienten und ob es noch weitere Zusammenhänge geben könnte, endteckte ich etwas mit dem ich nicht gerechnet hätte.

Der Leitspruch entstammt einem Lied. Dieses Lied wurde bereits 1976 geschrieben und ein Jahr später veröffentlicht. Der Urheber dieses Liedes mit dem Titel “Nothing but” ist der damalige Leadsänger der bekannten Bluesrockband “Steppenwolf”, einer der damaligen Lieblingsbands meiner Mutter. Als ich mir nun den Text des Liedes durchlas viel mir das Filmzitat welches ganz oben steht ein. Das fragwürdige Leitmotiv der Ubrexer ist schon in seiner Ursprungsform aus dem Zusammenhang gerissen, bzw. wurde so stark eingekürzt, dass er kaum noch Bedeutung hatte. Aber in seiner Gesamtheit wird die “Botschaft” klar und verdeutlich, dass ich mit meiner naturschützerischen Einstellung richtig lag.

“They say that true paradise lies in the heart of man
That maybe so, but I’m ready once more
To run for the cover of my secret hiding place
Where I can burn all the memories of war

Sometimes it’s mountains lakes, high in the Sierras
Sometimes the peaceful shore of Hana Bay
And I’ll take you with me to share every moment
If you will just promise to do what I say:

Bring nothing but silence
Show nothing but grace
Seek nothing but shelter
From the great human race
Take nothing but pictures
Kill nothing but time
Leave nothing but footprints
To show you came by

So very few places that man hasn’t scarred
Taken for granted or taken in vain
I wonder, my child as we lie here beneath the stars
What will be left for your children to claim

Maybe someday you’ll be walking on Venus
Maybe some day you may live in the sea
Remember I taught you to love Mother Nature
For it was she who once gave you to me.”

Wie man deutlich sehen kann, geht es um mehr als Fotos. Es geht darum die Erde, die Natur, die Tiere zu achten, zu respektieren und zu erhalten. Für uns selbst. Für die die noch kommen. Aber wichtig sind auch Ruhe und Ehrfurcht eben jene Dinge, die heutzutage immer mehr verloren gehen. Mir persönlich gefällt auch der leicht sarkastisch angehauchte Teil, sich “Unterschlupf vor der grossen menschlichen Rasse zu suchen”. Das sind eben jene misanthropen Gedanken die stark in mir verwurzelt sind.

Ich würde mir wünschen, dass die Ruinenfotografen sich zurückbesinnen sich diesen ganzen Text zu Herzen zu nehmen und danach zu handeln. Es ist möglich diese kleine blaue Kugel besser zu machen.

Phil…

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