Information: Abriss, Brände, Kameras, Menschen

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Das Jahr 2016 beginnt direkt ein wenig schlimmer als das Jahr 2015 aufhörte.

Den Ruinen geht es an den Kragen. Seitdem ich mich mit dem fotografieren von Leerständen beschäftige, gab es immer wieder Objekte, denen ich längerfristig Aufmerksamkeit schenkte, da sie zu dem Zeitpunkt, an dem ich vorort war, entweder noch “zu abgeschlossen” waren, das Wetter zu schlecht war oder sie einfach noch nicht vollständig leer standen. Diese, aus einem historischen Blickwinkel oft sehr interessanten Objekte, habe ich über die Jahre beobachtet und versucht offizielle Besichtigungsmöglichkeiten auszuloten, was im Bielefelder Raum nicht wirklich gut funktioniert.

Einen grossen Bereich nahmen die britischen Kasernen in und um Bielefeld ein. Der Abzug der Besatzer war zeitlich definiert und der Plan war oft zwischen Abzug um Umnutzung die meist originalen Wehrmachtskasernen im Bilde festzuhalten. Meine Planungen wurden jedoch durch die akutelle Flüchtlings-Krise in Deutschland nahezu vollständig pulverisiert. Viele Kasernen haben direkt im Anschluss an den Abzug Flüchtlinge aufgenommen, so dass es keinen Leerstand gab. Dazu kommt die generell angespannte Stimmung und somit wurden mir auch keine Dokumentationen in Kasernen erlaubt, die bereits Flüchtlinge aufgenommen haben. Ich möchte den Flüchtlingen an dieser Stelle keine Schuld zuweisen, aber leider ist es eine Tatsache, dass die originale Bausubstanz enorm leidet, wenn Flüchtinge dort wohnen. Somit ist einiges undokumentiert verloren gegangen. Aber auch Ruinen, die nur eventuell als Flüchtlings-Wohnung in Frage kämen fallen wie die Fliegen. Immer mehr werden von rassistisch motivierten Menschen angezündet oder mit Hakenkreuzen beschmiert.

Die Flüchtlings-Situation spielt aber auch eine Rolle bei Leerständen, die eigentlich nicht als Wohnraum genutzt werden könnten. Mir fiel in letzter Zeit vermehrt ein zwanghaftes Umnutzungsverhalten auf. Viele seit Jahren leerstehenden Gebäude werden nahezu im Hauruck-Verfahren umgenutzt damit sie nicht von der Stand einverleibt und doch noch dem Flüchtlingszweck zugeführt werden. Sei es durch Umbau oder Abriss. Somit sind auch hier einige Ruinen, bei denen ich seit Jahren warte, dass das kleine Loch im Fenster durch Wind und Wetter gross genug für mich geworden ist, verloren gegangen.

Aber auch die alltägliche Illegalität nimmt drastisch zu wie man in einem aktuellen regionalen Fall sehen kann. Eine Gaststätte wird aufgegeben und da die Stadt kein Interesse am Erhalt historischer Bausubstanz hat wird direkt Hagedorn Bescheid gesagt. Doch sobald das erste Loch in der Wand und der erste Artikel dazu in der NW oder ein Bild in den regionalen Ubrex-Seiten auftaucht, steht kommen innerhalb von 24 Stunden die Kabeldiebe. So geschehen am Wochenende des 22. Januar 2016. In besagter Gaststätte wurde in einer Nacht 60 Kilo Kupferrohr gestohlen. Als zweites kommten dann direkt Menschen die dort illegal ihren Müll und Bauschutt abladen. Meist wird nun direkt eine Kamera aufgestellt und somit wird mir die letzte Möglichkeit der Foto-Dokumentation genommen. Im Falle der Ravensberger Eisenhütte hat mir dieses neumodisch-beschissene Benehmen sogar eine zugesagte Dokumentation versaut! Nochmal danke dafür!

Update: Zwei Wochen später brennt die leerstehende Gaststätte. Ohne Worte…!

Unterm Strich ist die Situation mehr als unbefriedigend und aus diesem Grunde wird es wohl nicht mehr ganz sooft neue Objekte zu sehen geben. Ich habe jedoch noch einige Pläne für interessante Objekte offen. Ihr dürft durchaus weiter auf meiner kleinen Seite stöbern.

Gehabt euch wohl… Phil…

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