Bergwerk „W“ (verschlossen 2010)

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Vor einigen Jahren als ich noch neu im Hobby war wurde ich eingeladen ein verlassenes Bergwerk zu besichtigen. Es war für mich als Untertage-Neuling damals eine spannende Idee so etwas mit eigenen Augen sehen zu können. Ich vertraute meinem Führer und wir begaben uns damals mit einer Gruppe von ca. acht Personen zu diesem Bergwerk.

Aber zuerst ein wenig historisches. Die Eisenerzförderung in der Gegend startete ab dem Jahre 1881. Der Abbau erfolgte in Stollen und im Tagebau. Um 1890 erreichte die Förderung seinen Höhepunkt. Die Belegschaft betrug zu dieser Zeit bis zu 130 Mann.  Jedoch erschöpfte sich das Erzvorkommen ab dem Jahre 1896 allmählich, was dazu führte, dass die Zeche ab 1902 aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt wurde.

Leider stand die gesamte Tour unter keinem gutem Stern.

Es begann damit, dass eine der Personen, den Einstieg durch Unachtsamkeit beschädigte. Von da an bestand die Gefahr dort nicht mehr herauszukommen. Nach meiner anfänglichen Angst kam erste Faszination auf. Fledermäuse huschten um unsere Köpfe. Ernüchterung trat wenige Meter später auf als wir vor einem enormen Verbruch standen. Die Decke war auf zehn Metern heruntergekommen und türmte vor uns einen meterhohen Schuttberg auf. Nach diesem gelangten wir zu einer alten Turbine zur Bewetterung.

Ein wenig später fanden wir einen schräg in die Tiefe führenden Schacht aus der Zeit des Dritten Reichs. Dort stiegen wir aufgrund vermuteter Gase nicht hinab. Da mein Führer und die anderen Personen oft nur Vermutungen anstellten wurde ich stutzig. Aber in diesem Moment hatte ich auch keine andere Möglichkeit als der Gruppe weiter zu folgen. Weiter ging es durch Gänge und grosse Räume, an glasklaren Seen und wunderschönen Sinterablagerungen vorbei, bis mir auffiel, dass niemand den Weg markierte. Die Erklärung war, dass mein Führer den Weg auch so fände. Für mich als absoluten Neuling war an dieser Stelle schon klar, dass ich lieber wieder nach draussen gehen würde. Dennoch ging ich mit, da ich den Weg zurück alleine nie gefunden hätte.

Nach einer Weile gingen wir zurück in Richtung des Ausganges wo wir alte Bergbaugeräte, eine alte „Tankstelle“ und eine Menge Elektroschrott fanden. Unser Führer wollte noch etwas weiter in eine andere Richtung gehen und so folgten wir ihm. Dann viel mir ein dickes neues Kabel am Boden und ein Brummen im Hintergrund auf. Ich wurde stutzig. Dann sahen wir Licht. Da wurde mir klar, dass das „verlassene“ Bergwerk Anschluss an ein aktives Bergwerk hat. Die Gruppe wollte jedoch immer weiter hinein. Ich verliess daraufhin das Bergwerk mit zwei weiteren Personen, die den Weg zurück kannten , da wir auf keinen Fall aktive Anlagen betreten wollten.

Leider haben diese ganzen Dinge die Faszination der Untertagewelt stark geschmälert, so dass ich bis jetzt keine weitere Untertage-Tour unternommen habe. Ich kann nur jedem empfehlen sich ausführlich über die Besitzverhältnisse solcher Anlagen zu informieren damit euch nicht so etwas wie mir passiert.

[Fotos aus dem Jahr 2010]

4 Antworten auf Bergwerk „W“ (verschlossen 2010)

  1. Schöne aktuelle Bilder. Es ist alles immer mehr verfallen gegenüber den achtziger Jahren, als ich die Anlagen besichtigt habe. Aufgrund der angerichteten Schäden durch diese Begehungen ist mit den Betreibern nicht mehr zu spaßen…

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