Die letzte Senner Sanddüne

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Die Senne ist eine Landschaft in der Region Ostwestfalen-Lippe des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Sie liegt am Westhang des Teutoburger Waldes zwischen dem Oberzentrum Bielefeld im Norden, der Stadt Paderborn im Süden sowie Gütersloh und Detmold im Westen und Osten. Die Ems entspringt in der Senne.

In diesem Gebiet mit dem sandigen Boden befindet sich die bedeutendste zusammenhängende Heidelandschaft in Nordrhein-Westfalen.Teile dieser Kulturlandschaft sind große Flächen mit Magerrasen sowie naturnahe Gewässer und Moore. Die Landschaft verfügt über eine reichhaltige Flora und Fauna. Von den etwa 5000 vorkommenden Tier- und Pflanzenarten stehen 901 auf der roten Liste,wie zum Beispiel die Mondraute, der Wendehals und der Trauermantel.

116 km², und damit knapp die Hälfte der mit 250 km² angegebenen Gesamtfläche der Senne, sind Teil des Truppenübungsplatzes Senne, der vor allem von den britischen Streitkräften genutzt wird. Bedingt durch den bevorstehenden Abzug der britischen Truppen sind über die Zukunft dieser Landschaft Diskussionen im Gange. Hier und in den angrenzenden Bereichen des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges ist eine Landschaft erhalten geblieben, die gleichermaßen für den Naturschutz, die Naherholung und die Wasserwirtschaft von großer Bedeutung ist.

Bis zum 12. Jahrhundert war die Senne unbesiedelt, sie galt in der Bevölkerung als öde und unfruchtbar. Danach begann entlang der Bachläufe von Westen her eine zögerliche Besiedlung. Die bestehenden Wälder mit Eichen, Birken und Kiefern wurden durch weidendes Vieh und Holzeinschlag noch weiter aufgelichtet. So entwickelte sich aus der ehemaligen Wald- eine offene Heidelandschaft und es entstanden ausgedehnte Heideflächen, offene Sandgebiete, Dünen, Kleinmoore, Baum- und Gehölzgruppen und tief eingeschnittene Bachtäler.

Bis ins 20. Jahrhundert wurde der Plaggenhieb praktiziert, bei dem die Heidebauern mit einer speziellen Hacke eine dicke Bodenschicht einschließlich Heidekraut abschälten. Die sogenannten Plaggen dienten als Einstreu in den Viehställen und kamen danach mit dem Dung vermischt auf die Felder. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Senne planmäßig aufgeforstet, wodurch Heideflächen weiter verdrängt wurden. Heute ist die Heide großflächig nur noch im Bereich des Truppenübungsplatzes und in einigen angrenzenden Naturschutzgebieten, wie in der Moosheide und im Augustdorfer Dünenfeld, zu finden.

Dadurch und durch die ständige Expansion des Menschen wurde die Senner Dünenlandschaft immer mehr ausgedünnt. Heute gibt es noch eine offene Senner Sanddüne (ausserhalb des Truppenübungsplatzes!). Diese seht ihr hier.

[Fotos aus dem Jahr 2015]

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