Die Lause-Eiche

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Dort wo der Mühlenbach in den Fettpottbach fließt, steht die urwüchsige Lause-Eiche. Der Name rührt von dem „fahrenden Volk“ her, dass hier lagerte. Sie wurde so genannt, weil dort in früheren Tagen die Zigeuner Halt machten und sich gelaust haben sollen. Es mag neben hygienischen auch diskriminierende Gründe für diese Geschichte gegeben haben.

Dieser uralte Baum befindet sich in unmittelbarer Nähe einer Brücke, der „Bruderbrücke“, die hier den Bach überquert. Dort soll vor langer Zeit einer von zwei Brüdern seine geraubten Schätze aus der nahen Kirche in einem Kupferkessel vergraben haben. Sein frommer Bruder hatte ihn dort in der Osternacht überrascht und im Streit um das Diebesgut haben sie sich gegenseitig getötet. In Vollmondnächten treiben die Geister der zwei Brüder bis heute hier ihr Unwesen.

Ein Wanderbursche suchte bei einem Unwetter Zuflucht unter der mächtigen Eiche. Da erschien ihm ein Geist, der ihm zwei Goldstücke gab und sagte: „Wenn du mutig bist, komm in der nächsten Osternacht zu diesem Baum. Um die Kostbarkeiten zu bergen, erfülle diese besonderen Bedingungen:

„Stehe drei Schritte vor der Brücke,
gehe dann drei Schritte zurücke,
aber nun rückwärts über die Brücke.“

Mit einem befreundetem Weber traf sich der Bursche in der nächsten Osternacht an dem Baum. Als sie da zu graben begannen, sahen sie plötzlich an gleicher Stelle viele blaue Feuerchen aufsteigen. Ein großer Kessel zeigte sich auf den Flammen, der bis an den Rand mit vielen Schätzen gefüllt war. Beide stürzten sich wie von Sinnen auf die Kostbarkeiten, bekamen aber augenblicklich einen bösen Schlag. Sie taumelten wie gelähmt zurück, wobei der kostbare Kessel, wie von Geisterhand geführt, wieder in der Tiefe der Erde verschwand.

Die Handwerksburschen hatten in Ihrer Gier nach Gold und Edelmetallen die einzuhaltenden Bedingungen an der Brücke nicht beachtet. Das rächte sich. Sie mussten unverrichteter Dinge die Stätte wieder verlassen. So liegt der Schatz noch heute ungehoben unter der Lauseeiche an der Bruderbrücke.

„Wer ihn haben will, muss frei sein von Gier nach mühelosem Reichtum.“

Es handelt sich hierbei um eine Stieleiche (Quercus robur, Syn.: Quercus pedunculata), auch Sommereiche oder Deutsche Eiche.


[Fotos aus dem Jahr 2014]

Es ist 2016 und die alte Lause-Eiche beginnt auszuschlagen!


[Fotos aus dem Jahr 2016]

2 Antworten auf Die Lause-Eiche

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