Bielefelder Schuttberg

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Als Schuttberg oder Müllberg bezeichnet man einen künstlich aufgeschütteten Hügel, der aus Schutt und Abfällen besteht. Viele dieser Schuttberge wurden in deutschen Großstädten nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Trümmern der durch Bombenangriffe zerstörten Städte errichtet. Fast jede größere Stadt in Deutschland hat wenigstens einen solchen Trümmerberg aufzuweisen.

Seit 1948 wurde hier, auf dem Gelände einer Ziegelei das zerstörte Bielefeld aufgetürmt.
Im Volksmund wird der fast 30 Meter hohe Schuttberg „Monte Scherbelino“ genannt.

Man muß schon genau hinsehen, um hier einen kleinen Berg zu entdecken. An dieser Stelle stand bis Anfang der 40er Jahre die städtische Ziegelei, die die Stadt 1918 von dem Siekeraner Ziegeleibesitzer Fritz Bockmeyer erworben hatte. Durch den im Umfeld der Ziegelei betriebenen Tonabbau war eine Kraterlandschaft entstanden, die man 1941 zu verfüllen begann, zunächst mit dem Aushubboden vom Bunker unter dem Bahnhofsvorplatz.

Als dann nach dem Ende des zweiten Weltkriegs Bielefeld zu einem großen Teil in Schutt und Asche lag und die zahlreichen Ausgebombten, Flüchtlinge und Evakuierten Wohnraum und Arbeitsplätze benötigten, mussten natürlich erst einmal die immensen Schuttmassen aus der Stadt beseitigt werden. Man erinnerte sich an die Tonkuhle, und der Steinbruchbesitzer August Pape stellte der Stadt seine Feldbahn zur Verfügung, so daß die Tongrube im wahrsten Sinne des Wortes zügig verfüllt werden konnte.

Auf diesem Bild von 1947 sieht man die nahe Ziegelei „H“ in der eine Trümmerverwertungsanlage errichtet wurde.
Hier wurden brauchbare Baustoffe von Schutt getrennt.

1948 beschloss der Bauausschuss auf der Grundlage eines geologischen Gutachtens ein künstliches Erdbauwerk zu errichten. Es wurden fast eine Million Kubikmeter Schutt eingebaut. Neben Bauschutt kamen auch Haus- und Industriemüll und Schlamm aus den Stauteichen zur Ablagerung. Die Ablagerungen wurden dann mit Pappeln sowie einigen Buchen, Kirschen, Ahornbäumen, Fichten und Sträuchern bepflanzt. Im April 1953 wurde am Tag des Baumes feierlich der letzte der 120.000 Bäume und Sträucher gesetzt und der Berg als Grünanlage der Öffentlichkeit übergeben.

Hier erkennt man den Schuttberg einige Zeit später.
Die Vegetation tarnt den grossen Hügel und die später häufig genutzte Rodelbahn ist ebenfalls zu sehen.

In den 80er Jahren wurden zahlreiche Untersuchungen wie Bodenluftmessungen, Sondierungen, Untersuchungen und Errichtung von Grundwassermeßstellen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten keine Gefährdungen auf. Bis heute wird das Grundwasser regelmäßig untersucht. Die an einigen Bachläufen am Rand des Schuttbergs festzustellenden Eisenablagerungen sind nicht besorgniserregend.
Quelle: bielefeld.de, wikipedia.de

1946-47 wurden viele Steine des Schuttberges verwendet um das „Fichtenheim“, das Vereinsheim der Spielvereinigung Fichte 06/07, um- und auszubauen

[Fotos aus dem Jahr 2014]

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