
Das Bielefelder Bahnbetriebswerk.
Einst eine herrlich ruinöse Ruine, ist es mittlerweile zum Teil restauriert, saniert und abgerissen worden.
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1. Bielefelder Bahnbetriebswerk
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Nach über zehn Jahren leerstand ging das Gelände im Jahre 2001 in den Besitz eines Ibbenbürerer Investors über, der unter anderem auf 20 Jahre erfolgreiche Konzertveranstaltungen im Bielefelder Club “PC69″ zurückblicken konnte.
Als erste Schritte standen die Rodung der Birken und die Beseitigung der Altlasten an. Um die Finanzierung zu ermöglichen musste man aber auch den Neubau eines strassenseitigen Lebensmittelmarktes akzeptieren. Im Zuge der Umgestaltung musste ein Grossteil der Altbausubstanz weichen. Im Vergleich zum Jahr 1986 fehlen heute die Werkstatt, das Magazin, die Werksküche mit Kesselhaus sowie die Lokleitung. Vom gebeutelten Schuppenrund bleiben nur die Aussenmauern erhalten. Der Rundschuppen erhielt in Anlehnung an die ursprüngliche Optik von aussen sichtbare Holztore, die überwiegend nur Blenden sind. Im Inneren erinnert sonst nichts an die ürsprüngliche Optik des Rundschuppens.
Eröffnet wurde der “Ringlokschuppen” mit 3000 Quadratmetern Veranstaltungsfläche am 31. Oktober 2003.
Zusaätzlich hat es sich der Verein Bielefelder Eisenbahnfreunde e.V. zur Aufgabe gemacht, die gesamte Restsubstanz des Bw Bielefeld im Rahmen eines musealen Ensembles für die Nachwelt zu erhalten.
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Update No1: Fotos der Ruine
Durch einen glücklichen Zufall erhielt ich einige Fotos, die den Lokschuppen im nahezu zerstörten Zustand kurz vor oder zu Beginn der Sanierungsarbeiten zeigen. Für die Fotos möchte ich mich bei meiner Kollegin Alexa G. bedanken.
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Update 1.2: Geschichte des Bahnbetriebswerkes
Zwischen 1905 und 1907 entstand einen neue Bahnbetriebsstätte, das spätere Bahnbetriebswerk Bielefeld. Die Anlage war von Anfang an für eine spätere Erweiterung des Ringlokschuppens wie auch den Einbau einer grösseren Drehscheibe ausgelegt. Die neue Betriebswerkstätte Bielefeld verfügte über einen Ringlokschuppen mit neun Gleisen von 23 Metern Nutzlänge und einem verkürzten Werkstattgleis. Vorgelagert war eine 20-Meter-Drehscheibe und ein an der Einfahrt zur Anlage ein Wasserturm der bis zur Metallspitze 21,67 Meter mass. An Behandlungsanlagen fanden sich neben drei Kohlebansen samt einer Bühne mit Kran auch Wasserkräne und eine Entschlackungsgrube. Eine Übernachtungs- und ein kleineres Verwaltungsgebäude vervollständigten die Dienststelle.
1922 ergänzte man den Werkstattschuppen um einen als Materiallager und Werkstatt genutzten Anbau. Ein Jahr später baute man den Ringlokschuppen auf 23 Stände aus. Man ergänzte ausserdem drei Kohle- und einen Wasserkran. Zugleich tauschte man die 20 Meter messende Drehscheibe gegen eine 23,5 Meter Scheibe aus und errichtete ein neues Sozialgebäude und eine Wagenwerkstätte für Reisezug- und Personenzugwagen.
1933 errichtete man an der Einfahrt zum Bahnbetriebswerk ein Stellwerk für die Dienststelle. Um Raum für eine Lehrlingswerkstätte zu schaffen nutzte man das Werkstattschuppengleis, dessen Tor später zugemauert wurde.
Mit der vorrangig durch die amerikanischen Luftstreitkräfte durchgeführten systematischen Angriffen auf die Infrastruktur, insbesondere auch auf wichtige Bahnanlagen, kam es bei mehreren Einsätzen im Frühjahr 1945 auch zu starken Zerstörungen am Bielefelder Ringlokschuppen. Noch bis zu Beginn der 50er Jahre mussten desshalb Reparaturen an Maschinen teilweise im Freien vorgenommen werden. Zuvor waren zum Beispiel am 26. November 1944 103 Tonnen Bomben auf den Bielefelder Vorbahnhof abgeworfen.
Im Jahre 1962 ersetzte man die in einem Ziegelbau untergebrachte Lokleitung durch einen Zweckbau in Barackenform. Zugleich wurde mit steigender Anzahl der zu unterhaltenden Dieselloks durch eine Brandschutzmauer der Dampflokbereich abgetrennt. Grössere und für den Betrieb sich stark auswirkende Kriegsschäden konnten teilweise erst in den sechziger Jahren ausgebessert werden.
Durch die Einstellung der Dampflokunterhaltung konnten bislang im Luftschutzkeller gelagerten Ersatzteile für die Dieselloks im Rundschuppen untergebracht werden. Zudem entstand ein grosses Tanklager mit zwei je 500 Kubikmeter fassenden Behältern. Im vorderen Bereich des Kohlenlagers war nun auch eine Dieselloktankstelle vorhanden. Nachdem 1959 die Lehrlingswerkstätte in das ehemalige Betriebsstofflager umgezogen war, richtete man den zugemauerten Werkstattschuppen 1967/68 wieder her. Das Werkstattgleis statte man mit Oberleitungen aus, um die im Bw Bielefeld abzustellenden Elloks nicht immer über die fahrdrahtlose Drehscheibe zu rangieren. Mit den Elektrifizierungsarbeiten übernahm das Bw Bielefeld auch die Unterhaltung von Turmbetriebwagen.
Der Bestand des Bw Bielefeld verkleinerte sich in den 70er Jahren immer weiter. Im Zuge der Konzentration der Unterhaltungswerke wechselten die letzten Loks zum 28. September 1985 in die Unterhaltung des Bw Hamm, wärend der Bielefelder Kleinlokbestand zwischen Hamm, Hannover und Osnabrück aufgeteilt wurde. Zugleich wurde das Bw Bielefeld in eine Aussenstelle des Bw Hamm umgewandelt. Im Juni 1986 erfolgte schliesslich die Herabstufung der Aussenstelle Bielefeld des Bw Hamm zu einem Stützpunkt des Bw Hamm. Im September 1989 waren im ehemaligen Bw Bielefeld noch sieben Wagenuntersuchungsbeamte und zwölf Betriebsarbeiter beschäftigt. Abgesehen vom mit Oberleitung zum einständigen Rechteckschuppen führenden Abstellgleis hat sich die Bundesbahn vollständig vom Gelände zurückgezogen.
1986 konnte die Unterschutzstellung als Denkmal erreicht werden, womit der von der Bahn beabsichtigte Totalabriss zunächst verhindert wurde. Nun wurde ein Käufer für die Anlage gesucht und die Bahn bot das 17.400 Quadratmeter umfassende Gelände für 1,128 Millionen Mark an. 1997 betrug der Kaufpreis 4.700.000 Mark. Eine Nutzung war jedoch nur schwer zu finden, da zum einen kein Bebauungsplan für das Bundesbahneigenen Gelände bestand, zum anderen der Denkmalschutz enge Grenzen zog. Grosse Teile des Daches sind eingestürzt und die seit einem Jahrzehnt ungenutzte Drehscheibe ist völlig verrottet. Im Vorfeld des Ringlokschuppens hat sich ein dichtes Birkenwäldchen gebildet und das grosse Sozial- und Verwaltungsgebäude ist ohne Nutzung und dem Vandalismus preisgegeben. Von der alten Bausubstanz scheint lediglich der nun im Privatbesitz befindliche Wasserturm erhalten zu bleiben, obwohl eigentlich der gesamte Komplex als Denkmal geschützt ist.
Fotos: Willi Rolf, Richard Schulz
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2. Wasserturm

Dieser schmucke Wasserturm wurde 1906 zusammen mit einem Bahnbetriebswerk erbaut und steht seit 1985 leer.
Seitdem verfällt er leider zusehends. Es ist unklar, ob er noch gerettet werden kann. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat im Jahr 2009 eine Machbarkeitsstudie erstellt; allein für Sicherungmaßnahmen, wären ca. 250.000 € fällig.
Die Fotos sind noch mit meiner alten Kamera gemacht und daher von minderer Qualität.
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Hallo !
Bei der Suche nach alten Fotos vom Bw Bielefeld, bin ich auf Eure Seite gestossen.
Der Verein Bielefelder Eisenbahnfreunde e.V. restauriert zur Zeit eine
alte Kleinlokomotive vom Typ Kö 1 aus dem Jahr 1935.
Diese Lok war bis zu ihrer Ausmusterung im Bw Bielefeld stationiert.
Sie ist quasi auch aus Ruinen auferstanden.
Bei Interesse, bitte an o.a. E-Mail Adresse wenden.
Die Bilder sind übrigens sehr gut !
PS: es gab genormte Drehscheiben von 23 und 28 m; unsere Drehscheibe weist ein Mass von 23,5 m auf.
Gruß
Gerd Wolf
Stellvertretender Vorsitzender Bielefelder Eisenbahnfreunde e.V.
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Hallo, Phil !
Der Wasserturm befindet sich in Privatbesitz.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, hat im Jahr 2009
eine Machbarkeitsstudie erstellt; allein für Sicherungmaßnahmen, wären ca. 250000 € fällig..
Um für eine Restaurierung Gelder zu bekommen, muß
ein Nutzungskonzept mit öffentlichem Interesse gefunden werden.
Der Verein arbeitet zur Zeit daran.
Gruß
Gerd Wolf
Stellvertretender Vorsitzender Bielefelder Eisenbahnfreunde e.V.
Hallo,
wie so oft ,auf der Suche nach Vorbildern, bin ich auf die Seite vom BW-Bielefeld gestoßen. Gibt es die vermaßte Zeichnung vom Lokschuppen,
auf der man die Maße erkennen kann, und wenn ja, kann ich die irgendwo erhalten. Evtl. würde ich den Lokschuppen gerne nachbauen.
Für eine Antwort vielen Dank!
Hans-Michael Mohr
Hallo, Hans-Michael,
wende Dich an die Bielefelder Eisenbahnfreunde e.V.
Du kannst auch vorbei kommen, samstags ab 10:00h sind eigentlich immer
Vereinsmitglieder da.
PS: unsere Homepage wird momentan überarbeitet.
Gerd Wolf
Stellvertretender Vorsitzender Bielefelder Eisenbahnfreunde e.V.