LSB 7 – Hochbunker

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Der Bunker LSB7 war ein mehrstöckiger Hochbunker von 1942 mit Platz für die Zivilbevölkerung auf 1473,92 m2. Im grunde stand er leer, nur ab und an wurden Kunstausstellungen veranstaltet. Er wird für einen sechsstelligen Betrag zur Zeit in ein Gebäude mit zwölf Wohnungen und einem Glasanbau für ein Ladenlokal umgebaut. Der Erker enthielt Sand zur Luftfilterung.

[Fotos aus dem Jahr 2008]

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Update No1: Innenansichten Teil 1

Auch von diesem Hochbunker kann ich euch ein paar Fotos aus dem Inneren zeigen. Sie entstanden, als das Objekt käuflich zu erwerben war. Für die Bilder möchte ich mich ganz herzlich bei „shorty-shorty“ bedanken.

[Fotos aus dem Jahr 2010]

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Update No2: Bunker.Zeit Flyer

Bevor er zu Wohnungen umgebaut wird, wird der Bunker einige Wochen lang Kulturraum werden. Hier der Flyer zum Kulturprogramm.

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Update No3: Innenansichten Teil 2

Eine Woche vor der Bunker.Zeit erhielt ich Zugang zu diesem Hochbunker. Für ein paar Stunden konnten wir den für Bielefelder Verhältnisse noch relativ originalen Bunker in Augenschein nehmen. Er besteht aus Keller, Erdgeschoss und zwei oberen Stockwerken, wobei der Keller eine Deckenhöhe von über 3 Metern aufweist. Ein Meter mehr als bei den anderen Etagen. Im Keller befinden sich je zwei Schutzlüftungsanlagen und grosse Räume in denen Sand zur Luftfilterung gelagert wird. Diese Luftfilter ziehen sich kaminförmig durch alle Etagen und endet in den an den Längsseiten gelegenen Erkern. Dazu gibt es auf jeder Etage Überdruckmessgeräte. Diese Einbauten stammen aus der den 60er Jahren als der Bunker im Kalten Krieg reaktiviert und zum ABC-Schutz nachgerüstet wurde. Ausserdem wurde der Bunker offensichtlich als Möbelverkauf genutzt, was die vielen Werbe- und Einkaufsschriften an den Treppen verraten. Die Treppen befinden sich links und rechts im Bunker und es gibt insgesamt drei Eingänge mit je vier grossen Überdrucktüren.

Ich muss gestehen, dass es mir ein wenig schwermütig wird, wenn ich daran denke, dass dieser Bunker zuerst der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht wurde und er nun zu Wohnraum umgebaut wird. Zwar werden die Wohnungen sicher grossartig aber es verschwindet erneut ein Stück greifbare Geschichte aus Bielefeld.

Ich möchte mich ganz herzlich bei meinen beiden Kontaktpersonen für diese Gelegenheit bedanken.

[Fotos aus dem Jahr 2011]

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Update No4: Bunker.Zeit

Die Bunker.Zeit ist eröffnet. Eine Woche Kunst und Kultur bevor der Hochbunker umgebaut wird. Was soll ich gross nach meinem heutigen Besuch dazu sagen. Im Grunde ist es natürlich schön zu sehen, wenn ein historisches Gebäude vor seinem Abriss wenigstens einen Teil seiner Geschichte erzählen darf. Dazu ein paar wenige, wenn auch schöne historische Gegenstände und ein paar Infotafeln aus der Zeit des zweiten Weltkriegs und des Kalten Krieges. Ein paar Licht- und Toninstallationen. Die Idee an sich, auch die mit dem Rasen und der Schaukel, finde ich eigentlich ganz gut, jedoch könnte es für meinen Geschmack etwas „finsterer“ und intensiver sein. Aber jeder sollte den Bunker auf sich selber wirken lassen. Die zahlreichen Veranstaltungen habe ich nicht besucht, da ich den Preis von 15 € für einen Vortrag zu hoch finde.

Ein kleiner Bericht zu den Licht- und Toninstallationen „Aussen.nach.Innen“ findet ihr auf der Website www.projektionsareal.org.

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[Fotos aus dem Jahr 2011]

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Update No5: Abriss

Nach einer Woche Bunker.Zeit beginnt der Umbau des Bunkers. 3,5 Millionen Euro werden in den Umbau des Bunkers in ein Gebäude mit zwölf Wohnungen und einem Glasanbau für ein Ladenlokal (90 Quadratmeter) investiert. Die Fertigstellung soll im Dezember 2012 sein. Vom Bunker mit seinen 5100 Kubikmetern würden 2100 Kubikmeter abgerissen – vor allem das Dach, zwei Meter dicker Beton, und die Seite hin zur Neustädter Marienkirche. Die Splitterschutzwand zur Neustädter Straße bleibe erhalten, allerdings würden dort zwei große Fenster-Öffnungen herausgesägt. Das Gewicht des Betons, der allein dort entfernt wird, beläuft sich auf 100 Tonnen. Begonnen werde mit Betonsägearbeiten im so genannten Nassschnitt. Dauer: etwa 14 Tage. Die eigentlichen Abrissarbeiten erledigt ein 25 Tonnen schwerer Hydraulikbagger, der sich in den Bunker hinein fressen und dann von innen arbeiten soll. Der Bagger komme am 3. November. Die Abrissarbeiten sollen vor Weihnachten 2011 abgeschlossen sein. Bis dahin müssen die Anlieger jedoch Erschütterungen und Lärm ertragen – montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr. Ohne Schutzmaßnahmen liege die Lärmbelastung im Mittel bei 83 Dezibel – so laut wie eine Hauptverkehrsstraße. Man werde jedoch einen Schallschutz als Dach errichten: ein Modulgerüst, das mit Strohballen gefüllt werde und die Baustelle auf drei Seiten und als Dach abschirme. Es sei gelungen, den Schallpegel um 9,1 Dezibel zu senken – auf etwa 72 Dezibel (das Geräusch eines Staubsaugers in einem Meter Entfernung).Die eigentlich gesetzlich vorgeschriebenen Schallpegelwerte von 60 Dezibel (Fernsehgerät auf Zimmerlautstärke) sei nicht zu erreichen, man arbeite aber in enger Kooperation mit der Stadt Bielefeld.
Quelle: Westfalenblatt

Mittlerweile hat der Abriss begonnen. Zur Kirchenseite hin wurde eine Wand aus Strohballen als Lärmschutz errichtet. Zur Neustädter Strasse wurde kein Lärmschutz errichtet. Die Bunkerwände wurden an der Seite und am rechten vorderen Eingang vertikal eingesägt und ein Liebherr-Bagger meisselt den Beton zwischen den Schnitten weg. Ich konnte den Abriss noch nicht live besichtigen sondern nur am Wochenende ein paar Fotos machen.

[Fotos aus dem Jahr 2011]

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Update No6: Abriss gestoppt

Und auch bei diesem Bunkerabriss lief es nicht wie geplant. Die Abrissarbeiten am Hochbunker Neustädter Straße ruhen. Grund ist der selbe wie auch schon an der Ernst-Rhein-Strasse: Sie waren zu laut. Die Spitzenwerte lagen bei 85 Dezibel. Die Stadt hatte 65 Dezibel erlaubt. Die Mittelwerte lagen bei den Messungen im Bereich von 73 bis 79 Dezibel. Viele Anwohner beschwerten sich und auch an der benachbarten Neustädter Marienkirche sah man durch die enormen Erschütterungen, die der 65-Tonnen-Bagger ausgelöst hatte, die Grundfesten der Kirche und des Gemeindehauses in Gefahr. Auch der Unterricht im naheglegenen Gymnasium ist der Unterricht kaum noch möglich.
Quelle: nw-news.de

Mittlerweile liegt die Hälfte der Hinterseite und des Daches in Trümmern. Es ist wirklich traurig mit anzusehen.

[Fotos aus dem Jahr 2011]

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Update No7: Abriss geht weiter

Die Abbrucharbeiten am Hochbunker No2 gehen weiter. Noch 40 Arbeitstage, werktags von 8 bis 17 Uhr, wird der Stahlbetonbrocken abgerissen. Gearbeitet werden darf nun nicht mehr Samstags und der Abbruch der Decken muss innerhalb von zehn Tagen erledigt sein. Laut Bauamt geht der Bauherr davon aus, dass die zeitlichen Zusagen eingehalten werden können. Er selbst will – wie die Nachbarn – die Arbeiten so schnell wie möglich abschließen.
Quelle: nw-news.de

Endlich war es mir möglich ein paar Videos der Abrissarbeiten zu erstellen. Man kann zwar nicht viel sehen, da im Moment das Dach zertümmert wird, aber man bekommt einen Eindruck von der Lautstärke.


[Fotos aus dem Jahr 2011]

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Update No8: Abriss Endspurt

Der Abriss des Hochbunkers geht in die letzte Runde. Zwei Seiten, das Dach und das Innere liegen in Trümmern. Nachdem der Schutt beseitigt beiseite geräumt sein wird, beginnt der Neubau des Wohngebäudes auf den Resten des Bunkers.

Die ersten Fotos sind von mir und für die restlichen möchte ich Marcel B. herzlich danken.

[Fotos aus dem Jahr 2012]

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Update No9: Das Ende

Der grosse Hochbunker hat es überstanden. Der Abriss ist abgeschlossen und die Trümmer beseitigt. Zwei Aussenwände und das Dach fehlen komplett, eine Wand wurde bis auf einen Meter horizontal abgesägt, in der Front klaffen 2 grosse Löcher in denen Fenster installiert werden und eine Aussenwand ist komplett erhalten. Im Inneren scheinen noch Teile der Räumlichkeiten im Keller erhalten zu sein.

[Fotos aus dem Jahr 2012]
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Update No10: Das Ende Teil 2

Normalerweise ist die Nachnutzung oder der Umbau von historischen Gebäuden nicht Gegenstand dieser Seite, aber in diesen Fall will ich mal eine Ausnahme machen. Der Umbau des Hochbunkers geht in die letzte Runde und ich empfinde den umgebauten Bunker nicht als so schlecht geworden. Die Front ist zum Grossteil erhalten so dass der Bunker als solcher gut zu erkennen bleibt. An die Front ist ein kastenförmiger Aufbau angesetzt worden. Er ist mit verschiedenfarbigen Metallplatten verkleidet worden. Der klobige Eindruck des Bunkers bleibt so erhalten. Meine einzigen Kritikpunkte sind die grässlich gestaltete Rückseite mit Balkons und auf der Frontseite das in den Erker eingerückte Fenster. Es wird eine künstlerische Entscheidung gewesen sein, das Fenster an diese Position zu setzen und damit den Erker anzuschneiden.

[Fotos aus dem Jahr 2012]

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Eine Antwort auf LSB 7 – Hochbunker

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