Luftschutz Bielefeld

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Bielefeld hatte insgesamt 7 Hochbunker und 3 Tiefbunker die die Zeit überdauerten.
Zwischen 1940 und Kriegsende erbaut, sind sie nun zum Teil ungenutzt, abgerissen oder leerstehend.
Umgenutzt wurden LSB1, LSB2, LSB3 und LSB8; abgerissen sind LSB4 und LSB7; leerstehend ist nur noch LSB5 und LSB6.

Bunker sind zeitlose Orte. Bunker werden betreten und wieder verlassen. Spuren hinterlässt man dort keine, oder solche, die schnell weggewischt werden können. Wer drinnen ist registriert nicht was draussen geschieht. Bunkerarchitekturen sollen ein Leben transportieren vom Jetzt ins Später. Im Notfall öffnen Bunker ihre Türen. Sie sind Zuflucht und versprechen eine Sicherheit, um den Andern fern zu halten und abzuwehren. Ihre Mauern sind undurchlässig. Bevor der Andere die Stadt erreicht, schliessen sich die Bunkertüren. Wer drin ist kommt nicht mehr raus, wird auf sich selbst zurückgeworfen, hat sich zu beherrschen und ist seinen Stimmungen ausgesetzt. Bunker haben keine Fenster. Bei elektrischem Licht oder im Dunkel wird dort ausgeharrt. Wer einen Bunker betritt macht einen Zeitsprung, vom Davor zum Danach. Was sich ereignet soll draussen bleiben. Danach werden Bunker verlassen. Sie bleiben zurück und mahnen daran, wie es gewesen ist. Ihr Leerstand bringt die Befürchtung zum Ausdruck, dass es abermals so werden könnte. Bunker entziehen sich der Zeit, wie ein verschlossenes Archiv und eine verschwiegene Geschichte.“
Quelle: Flyer Bunker.Zeit

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Sicherer als in öffentlichen Luftschutzräumen und befestigten Deckungsgräben war die Bevölkerung in den seit November 1940 in Bielefeld erbauten Bunkern untergebracht. Auf in der Regel drei Ebenen konnten außerdem viel mehr Menschen aufgenommen werden als in den öffentlichen Luftschutzräumen. Seit dem 12. November 1940 baute das städtische Hochbauamt an der Stadtheiderstraße den „Luftschutzbunker 1“ (LSB1). Er sollte insgesamt 464 Personen fassen. Parallel dazu errichtete dieses Amt unter Regierungsbaurat Petri einen zweiten Bunker am Rosenhof/Burgstraße (LSB2) für etwa 400 Personen. An der Bünderstraße entstand LSB4. Der erste Spatenstich für diesen Schutzbau fand am 1. Dezember 1940 statt. Die Erdarbeiten waren im April 1941 beendet. Danach blieben die Bauarbeiten wegen der Fertigstellung der Bunker LSB1 und LSB2 liegen.

Am 10. Oktober 1940 ordnete Hitler ein sofort durchzuführendes Luftschutzprogramm an. In 58 ausgewählten Städten sollte eine Reihe bombensicherer Bunker und Deckungsgräben errichtet werten. Bielefeld war einer von 23 Luftschutzorten allein im Luftgau Vl.

Auf Anweisung des Luftgaukommandos vom 15. November 1940 mußte in jedem der 23 Luftschutzorte des Sofortprogramms der Bau eines bombensicheren Operationsraums inklusive 200 Krankenbetten angeordnet werden. In Bielefeld entstand so der „Operationsbunker“ (LSB3) in der Ölmühlenstraße. Auf 1427,08 m2 errichtete man ein von dicken Betonwände umgebenes, komplettes Krankenhaus mit Operationssälen und anderen medizinischen Einrichtungen. Das bombensichere Gebäude wurde an das bereits bestehende städtische Krankenhaus angebaut. Ebenfalls aus den Mitteln des sogenannten „Luftschutz-Führerprogramms“ wurde unter dem Bahnhofsvorplatz der Bahnhofsbunker (LSB5) errichtet . Er war zunächst ausschließlich für den Schutz der Bahnreisenden gedacht.

Ein weiterer Bunker entstand am Löllmannshof (LSB6) für die 373 Bewohner aus den 181 Häusern der Straßen Detmolder Straße 528-481, Löllmannshof 1-30, Am Hellweg 267-310, An den Gehren und Am alten Dreisch. Sie sollten die 69 privaten Luftschutzkeller ersetzen, in die die Bewohner bisher geflohen waren. Auf einer Gesamtnutzfläche von 888,47 m2 sollten 519 Schutzplätze geschaffen werden. Pro Person standen gerade 1,71 m2 zur Verfügung. Die Bauarbeiten kamen nur sehr schleppend voran, was wiederholt Anlaß zur Klage gab. Es fehlten Baumaterial und Arbeitskräfte. Mit holländischen Gastarbeitern und Kriegsgefangenen versuchte man, den Mangel zu lindern. Das Problem betraf alle Bunkerbauten, die nicht wie LSB1 und LSB2 bereits 1941 fertiggestellt oder wie der Operationsbunker und der Bahnhofsbunker aus den Mitteln des „Führerprogramms“ finanziert wurden. Betroffen waren die Bunkerbaustellen in der Bünderstraße (LSB4), am Löllmannshof (LSB6), in der Neustädterstraße (LSB7) und in der Weißenburgstraße (LSB8). Auch als sie noch nicht fertiggestellt waren, wurden sie bei Alarm für etwa 2900 Schutzsuchende geöffnet.

Die Bunker verfügten über Liege- und Sitzplätze, über sanitäre Anlagen, Wachund Bedienungspersonal und für den Fall von Giftgasangriffen über Luftschleusen. Eine besondere Ausstattung besaß der 1942 geplante Hochbunker in der Weißenburgstraße (LSB8). Mit 1796,37 m2 Nutzfläche war er der größte Luftschutzbunker in Bielefeld. Er konnte 1063 Personen Schutz bieten. Nach einer Bauplanänderung im April 1944 zog die Luftschutzleitung im Erdgeschoß ein. Dazu wurden Telefonanlagen für Konferenzschaltung, ein Funkraum, eine Befehlsstelle sowie ein Besprechungsraum eingeplant. Noch nicht fertig, aber bereits zugelassen waren am 1.7.1944 die Luftschutzbunker 4, 6, 7 und 8.

Überblick:

LSB 1 – Stadtheiderstr. 713,62 m2
LSB 2 – Rosenhof/Burgstr. 528,24 m2
LSB 3 – Ölmühlenstraße (Operationsbunker) 1427,08 m2
LSB 4 – Bünderstr. 721,25 m2
LSB 5 – Bahnhofsvorplatz (Tiefbunker) 1026 m2
LSB 6 – Löllmannshof 1473,92 m2
LSB 7 – Neustädterstr. 1473,92 m2
LSB 8 – Weißenburgstr. (Sedanbunker) 1796,37 m2

Zusammen: 8574,96 m2

Nach einer Aufstellung des Hochbauamtes fanden bis Mitte 1944 in den vorhandenen Luftschutzbunkern knapp 5000 Personen Zuflucht vor Bombenexplosionen. Pro Person standen so durchschnittlich 1,72 m2 Bunkerplatz zur Verfügung. Die überwiegende Mehrzahl der Bielefelder, 115000 an der Zahl, konnte sich nur in Kellern und Deckungsgräben vor Trümmem und umherfliegenden Splittern schützen.
Quelle: Stadtarchiv Bielefeld

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4 Antworten auf Luftschutz Bielefeld

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  2. Sebastian Jäger

    Guten abend ich finde deine arbeit sehr interessant ich würde gerne mehr erfahren und eventuell die bauwerke mir ansehen von außen

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