Landeszentralbank Herford

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Die Landeszentralbanken (LZB) waren bis 2002 die Zentralbanken der einzelnen Länder der Bundesrepublik Deutschland. Die Mehrzahl der Landeszentralbanken wurde 1948 gegründet. Sie fungierten als rechtlich selbstständige Notenbanken auf ihrem Hoheitsgebiet und bildeten zusammen mit der Bank deutscher Länder ein föderales zweistufiges Zentralbanksystem, das in diesem Punkt nach dem Vorbild des US-amerikanischen Federal Reserve aufgebaut war.

Durch Gesetz vom 26. 7. 1957 wurden die Landeszentralbanken und die Berliner Zentralbank mit der Bank deutscher Länder zur Deutschen Bundesbank verschmolzen; die Landeszentralbanken wurden damit Hauptverwaltungen der Bundesbank in den Ländern. Seit dem 1. November 1992 war der Verwaltungsbereich der einzelnen Landeszentralbanken nicht mehr mit den jeweiligen Ländern identisch. So gab es nur noch neun Landeszentralbanken für 16 Länder. Zusammengelegt wurden die Landeszentralbanken: Rheinland-Pfalz und Saarland; Bremen mit Niedersachsen und Sachsen-Anhalt; Hamburg mit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern; Berlin mit Brandenburg. Die Landeszentralbank in den Freistaaten Sachsen und Thüringen wurde aus der Vorläufigen Verwaltungsstelle der Bundesbank in Berlin neu gegründet. Durch die Strukturreform der Bundesbank 2002 fiel der Name Landeszentralbank weg – die Hauptverwaltungen sind jetzt uneigenständige Verwaltungsuntergliederungen der Deutschen Bundesbank.
Quelle: Wikipedia

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Die Tage dieser 1983/84 errichteten Landeszentralbank sind nun endgültig gezählt. Der im Stil des typischen 80er Jahre Brutalismus designten Betonbau wird in der nächsten Zeit abgerissen. Der Abriss birgt ein paar Herausforderungen. Insbesondere die massive Betonbauweise, der grosse Tresor mit seinen riesigen Stahltüren und der Luftschutzbunker werden dem Abriss trotzen. Das Gebäude wurde 1985 eröffnet und bereits 1998 wieder geschlossen.

Im Inneren wurde die Einrichtung grösstenteils entfernt. Durch ein grosses Tor konnte man mit Lieferwagen direkt ins Innere fahren. Über eine hochfahrbare Rampe konnte das Geld von dort direkt zum Tresorbereich gebracht werden. Es gibt hier mehrere Wechselbereiche mit dicken Panzerglasefenstern, kleineren Tresoren und Durchreichen. Einige alte Telefone findet man hier. Der grosse Tresor ist mit zwei riesigen Stahltüren gesichert. Eine Tür war quasi eine Reserve falls die andere sich nicht öffnen liesse. Im Inneren der Stahltüren war jeweils 20 Kilo TNT angebracht. Im „Ernstfall“, also dem Einfallen des Russen, sollte das Geld gesprengt werden. Der Tresor ist von einem Hohlraum umgeben der mit Sensoren bestückt war. Außerdem ist der Hohlraum so eng das dort kein Werkzeug eingesetzt werden konnte. Das sollte ein durchdringen der Wände verhindern; also durchbohren, sprengen oder schneiden. Es lagerten an die 300 Millionen DM hier, die lieber zerstört als dem Feinde überlassen werden sollten.

[Fotos aus dem Jahr 2015]

An 80er Jahre Holzvertäfelung vorbei führt der Weg in den Keller. Hier befinden sich die Wassertanks, ein Fiat-Generator samt Notstromaggregat, sanitäre Einrichtungen, eine Küche für die Mitarbeiter und ein kleiner Atom-Luftschutzbunker. Der kleine Bunker wird durch zwei Drucktüren gesichtert und durch eine Standart-Piller-Schutzlüftungsanlage bewettert.


[Fotos aus dem Jahr 2015]

Seit April 2016 wird die alte Landeszentralbank abgerissen.
Auf der Seite demolition24.eu könnt ihr aktuelle Fotos des Abrisses sehen.

Eine Antwort auf Landeszentralbank Herford

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