Zeche „A“

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Im Jahr 1840 gründeten die Besitzer zweier benachbarter Grubenfelder die Zeche “Vereinigte Arminius”. An einem Hof wurde ein Stollen angelegt, 45 Jahre später ein zweiter. Im Frühjahr 1866 existierte diese Zeche noch und Maurermeister Fischer sollte hier einen Brunnen anlegen, was im April 1866 geschah. Nach rund 60 Jahren der Ruhe kam wieder Leben in die zwischendurch stillgelegten Zeche. Sie wurde vom einer Steinkohlebergwerks AG übernommen, welche die Mutungsrechte von der Witwe eines der Besitzer erworben hatte.

Zu dieser Zeit umfaßte die Zeche folgende Einrichtungen unter Tage: Durch einen aufgemauerten Förderstollen, den “Katharinenstollen”, wurden vier Kohleflöze angefahren. Sie waren 65 bzw. 80 cm mächtig. Die Stromversorgung erfolgte durch das Überlandnetz der RWE, Abteilung Niedersächsische Kraftwerke. Außerdem gab es Hilfsmaschinen, wie einen Drehstrommotor, eine Friktionshaspel zum Antrieb der Siloaufzüge sowie eine Hilfsmaschine für die Wasserversorgung und den Betrieb der Werkstätten.

Die Wiederinbetriebnahme der Zeche stand unter keinem guten Stern: Nach Protesten gegen die Einleitung von Schmutz- und Abortwasser in den naheliegenden Bach mußte die Bergwerksgesellschaft in ihrem Betriebsplan für 1924 die Errichtung einer Kläranlage zusichern. Doch auch dieser Betriebsplan wurde vom zuständigen Bergamt abgelehnt. Bei der Besichtigung der öffentlichen Wasserläufe stellte die Polizei fest, daß von der Zeche “Vereinigte Arminius” schmutziges Wasser in den Bach abfloß. Dies geschah durch einen mit 30 cm dicken Rohren verrohrten Graben. Auch die Abflüsse der Abortgruben endeten im Bach, der in diesem Bereich noch zum Wäschespülen benutzt wurde. Wenig später waren die Abortgruben ummauert und dicht, das Grabenwasser klar. Der Betriebsführer vermutete, daß vorher starke Regenfälle die Zechenhalde überspült und damit den Bach verschmutzt hatten. Dennoch sollte zusätzlich eine mechanische Klärvorrichtung (Filter mit Hobelspänen) im Abflußgraben angebracht werden. Eine “definitive Kläranlage” war zwar vorgesehen, sollte jedoch erst bei sicherer Rentabilität der Zeche installiert werden, ein Fall, der nie eintrat.

Ungeachtet dieser Schwierigkeiten beantragte 1924 die Betreiberin der Grube die Errichtung eines Sprengstofflagerraums für nicht weniger als 1000 kg Sprengstoff und 1000 Sprengkapseln. Dies wurde genehmigt, jedoch nur für 500 kg Sprengstoff. An Tagesbauten (also überirdisch) bestanden außerdem ein Silo (1001 Inhalt), Werkstätten, ein Maschinen- und ein Haupthaus, Büros und Arbeiterunterkünfte, deren Ruinen noch zu sehen sind. Im Sommer 1925 hat die Zeche “Vereinigte Arminius” die Arbeit endgültig eingestellt, die letzte Revision fand am 6. Juli 1925 statt. 1926 endete der Versuch, die “Vereinigte Arminius“ wiederzubeleben. Die Zeche wurde geschlossen, weil Kohle nicht gefunden wurde.

In der Zeit des Bergbaubooms im 19. Jahrhundert, ausgelöst durch die Abbauerfolge im Bergischen Land, gab es in und um die Stadt nicht weniger als 23 Mutungen für Kohle und 24 für oberflächennahes Eisenerz. 1885 wurden schließlich alle Gruben geschlossen, weil die inzwischen in Betrieb gegangene Köln-Mindener Eisenbahn den Bedarf an Brennstoff mit Lieferungen aus dem Ruhrgebiet leicht sicherstellen konnte. Einmal noch, im Jahr 1923 wurde im alten “Katharinenstollen” wieder Kohle gefördert – das ist nur im Blickwinkel der Kohlenkrise infolge der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen verständlich und verblieb kurze Zeit später wieder.
Quelle: www.opern-freund.de 

Zu sehen sind heute nur noch Reste des Mauerwerks, der abgesoffene Eingang des aufgemauerten Förderstollens und einige Energieversorgungsreste in der Umgebung.

Zuerst den heute noch sichtbaren Förderstollen.

[Fotos aus dem Jahr 2010]

In der näheren Umgebung findet sich noch eine Stromanlage.
Sie liegt direkt neben einem alten Stolleneingang, der sich dem der es nicht weiss, als Quelle darstellt. Sichtbar sind nur gelegentliche Tagesbrüche auf dem rückwärtigen Feld. In der Umgebung findet man diverse Steinbrüche und Reste von Bergbaumaschinen.

[Fotos aus dem Jahr 2010/13]

Auf dem westlichen Berg finden sich ebenfalls Zeugnisse des Altbergbaus.
Sichtbar sind heute noch zwei Stolleneingänge, die man jedoch nicht einfach finden kann, da sie sich dem unerfahrenen Wander als Quelle darstellen. Weiterhin befindet sich hier in der Hanglage unterhalb des Weges mehr als ein Duzend Pingen. Was auf den ersten Blick aussieht wie Bombentrichter oder die Reste von entwurzelten Bäumen, sind in Wirklichkeit Relikte einer frühen Bergbautätigkeit. Die Pingen sind leicht daran zu erkennen, dass bei ihnen die Erde nicht kreisförmig um die Grube aufgeworfen ist, sondern nur zur Talseite hin. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Trichter im Bergbau genutzt wurden. Der Abbau von Bodenschätzen auf diese Weise war primitiv und wenig ertragreich. Das deutet darauf hin, dass hier keine „Profis“, sondern Nebenerwerbsbergleute am Werk waren, wahrscheinlich Bauern. Auf der Suche nach Bodenschätzen, in diesem Fall Steinkohle, hat man am ganzen Hang danach gegraben.
Quelle: Schild vor Ort 

Leider sind die Trichter im Boden aufgrund der Witterung nur schlecht zu erkennen.

[Fotos aus dem Jahr 2013]

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