Entlüftungsschlote

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Zehn Meter hohe Schlote, überwucherte Schächte, ungewöhnliche Erdhügel:
Das Gelände mit seinen der Kiefernwäldern wurde vorher ganz anders genutzt. Seit 1888 war hier eine Schule.

„Tuberkulose“ ist das Stichwort, da die Lungenkrankheit nach dem Ersten Weltkrieg grassierte. Der Ort eignete sich für Heranwachsende, die wegen Unterernährung besonders anfällig für die bakterielle Schwindsucht waren, aufgrund des Baumbestandes gut. Die ätherischen Öle in Zweigen, Nadeln und Holz der alten Kiefern erfüllen die Luft nicht nur mit einem angenehm würzigen Aroma, sondern gelten zudem als hilfreich für die Atemwege. Sie bieten ein Heilklima. Der Unterricht fand auch in der Natur statt, Kinder aus dem ganzen Deutschen Reich kamen.

Selbst 90 Jahre später sind die Fundamente der Einrichtung noch vorhanden. Die aus dem Boden ragenden Entlüftungsrohre im Wald stammen von unterirdischen Fäkalienleitungen. Offenbar sollten sich die Keime 200 Meter entfernt von den Schulgebäuden verflüchtigen. Eindeutige Fakten gibt es nicht, schließlich hat bisher niemand das Kanalsystem ausgehoben.

 

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