Hünengräber

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Die nordische Megalitharchitektur entstand im Wesentlichen zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Sie ist primär ein Produkt der Trichterbecherkultur (TBK). Unter anderem hat Ewald Schuldt in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1964 und 1974 über 100 Anlagen der verschiedenen Typen (Urdolmen, erweiterte Dolmen – auch Rechteckdolmen genannt –, Ganggrab, Großdolmen, Hünenbetten ohne Kammer und Steinkiste) ausgegraben. Daneben existieren Polygonaldolmen und beispielsweise die teilweise später entstandenen Typen Grabkisten, Steinhaufengräber und weitere Anlagen bis hin zu Rösen. Diese spezifische deutsche Nomenklatur gilt nicht in Skandinavien, wo anders und gröber in Dolmen (Dysser, Döser), Ganggräber (Ganggrifter, Jættestuen) und Steinkisten (Hellekister, Hällkista) unterteilt wird. Am Rande finden sich geringen Zahlen von Megalithanlagen anderen Typs, wie die Mitteldeutsche Kammern.

Die Träger der TBK bauten nach Schätzungen fast 30.000 Hünengräber. Über 7.000 Großsteingräber sind in Dänemark bekannt, von denen etwa 2.800 erhalten sind (in Deutschland sind es etwa 900 von vermutlich 5600).

Unsere Reise beginnt in Vestervig, einem verschlafenen kleinen Dörfchen am Rande des Krig Vig Fjords. Schon bei unserer Ankunft vielen uns die vielen Hügel verstreut in der Landschaft auf. Nach einigem Wandern erkannte man die Masse an Gräbern. Fast kein Feld ist ohne Grab und sogar im Garten unseres Ferienhauses befand sich eines.

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Ein weiteres Ziel war die Nekropole Ydby Hede. Sie liegt zwischen den Dörfern Ydby und Boddum, im äußersten Süden von Thy bzw. im Nordwesten von Jütland nahe dem Skibsted Fjord, in Dänemark. Der so genannte Vorzeitfriedhof (dän. Oldtidskirkegården) auf der Ydby Hede ist eine Ansammlung von 32 Hügelgräbern aus der Bronzezeit. Es handelt sich um die größte erhalten gebliebene Anhäufung von Großhügeln in Dänemark. In der nahen Dover Plantage, einem Aufforstungsgebiet, liegen weiter 14 Rund- und zwei Langhügel. Auf der anderen Seite der Boddum Bæke, einem Bachtal liegen weitere 12 Hügel. Einige davon sind nur einen halben Meter hoch, während andere fünf Meter messen. Vor 3000 – 4000 Jahren wurde in den Grabhügeln Menschen in Baumsärgen bestattet.

Die Großhügel bestimmen den Norden von Jütland weit mehr wie Dolmen und Ganggräber oder Vorzeitdenkmäler (wie Steinkisten). Die parkähnlichen Landschaft der Bronzezeit bestand hier aus offenen Flächen mit eingestreut Baumgruppen. Die Hügelreihen liegen oft auf den Moränen. Sie gehören mitunter zu den höchsten Geländepunkten in den Regionen Dänemarks. Sie wurden jedoch nicht auf dem höchsten Punkt natürlicher Anhebungen errichtet, sondern dort wo die Hügel bereits abzufallen beginnen.

Ein besonderes Grab ist das „Lundehøj“. Hierbei handelt es sich um eines der Ganggräber am Limfjord im Norden Jütlands, das mit einer Seitenkammer versehen ist. 13 derartige Anlagen findet man rund um den Limfjord, ein paar in Djursland, auf Seeland und auf Lolland. Die Seitenkammern wurden gleichzeitig mit der etwa 7,6 m langen und zwei Meter breiten Hauptkammer aufgeführt. Diese besteht aus 14 Tragsteinen und vier Decksteinen. Der lange Gang besteht aus vier Trilithen. Die Anlage der Trichterbecherkultur (TBK) stammt aus dem mittleren Neolithikum (ca. 3200-2800 v. Chr.)

Der Bauer Jens Christian Nielsen Ullerup war beim Bau eines Ofens in dem Hügel auf mehrere große Steine gestoßen und entfernte einen der Decksteine, so dass man in die Kammer gelangen konnte. Einer der ersten, die den Hügel besuchten, war der Lehrer Laurids Kjer. Zu seinen Beobachtungen gehörten geschnitzte Figuren auf zwei großen Steinen und mehrere Knochen. Während seines Besuchs der Kammer machte er Skizzen und schrieb später einen Bericht an die Königliche Kommission für die Erhaltung der Altertümer in Kopenhagen. Auch andere sandten Berichte an Christian Jürgensen Thomsen (1788–1865) in Kopenhagen, einen der bedeutendsten Archäologen seiner Zeit. Die zahlreichen Berichte und Pastor Madelungs dringender Appell, den man in Kopenhagen im Frühjahr 1837 erhalten hatte, hatten ihre Wirkung. Thomsen beantragte, dass der Staat das Grundstück, auf dem der Lundehøj lag, kaufen solle, was im November 1837 für 200 Dollar erfolgte. Insbesondere Laurids Kjers Beobachtung der Figuren auf einigen Steinen erregte in Kopenhagen Aufmerksamkeit und Japetus Steenstrup (1813–1897) wurde nach Thy entsandt, um die Zeichen zu begutachten. Steenstrup war sich nicht sicher, ob die Einkerbungen von Menschen gemacht oder natürliche Vertiefungen im Fels waren. Magnus Petersen stellte im Jahre 1875 fest, dass es sich nicht um Felsritzungen handelt, was 1939 durch P. V. Glob und 1993 bei einer Restaurierung durch Svend Hansen Illum bestätigt wurde. Felszeichnungen wurden bislang in wenigen dänischen Ganggräbern gefunden, so im Rævehøj von Dalby auf Seeland einfache (Radkreuze) und in einem Dolmen auf Alsen, während Schälchen von vielen Orten bekannt sind. Eine der Entdeckungen im Jahr 1993 war, dass der Platz auf dem der Hügel steht, von den ersten Bauern in Dänemark zuvor gepflügt wurde.
Quelle: Wikipedia

[Fotos aus dem Jahr 2014]

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