Schloss Sønderborg

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Das Schloss hies ursprünglich „Søndre Borg“ und wurde um die 1170 wegen seiner strategischen Lage zur Verteidigung des Landes gebaut. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Burg nach und nach erweitert und umgebaut und war sowohl unter dänischer und schleswigscher Herrschaft. Die Stadt Sønderborg entstand im Schutze der Burg. Die starke Burg wurde von 1532-1549 als Gefängnis für den dänischen König Christian den II. benutzt. Im Jahr 1550 begann König Christian der III. und Königin Dorothea den Umbau der Burg zu einem Renaissance-Schloss mit zugehöriger Schlosskirche. Diese war eine der ersten protestantischen Kapellen in Norden. 1571 übernahm Herzog Hans der Jüngere das Schloss. Als das Herzogtum bankrott war, übernahm die dänische Krone das Schloss. Nachdem das Schloss zum Barock-Schloss reduziert wurde, diente das Schloss in verschiedenen Kriegen als Kaserne, Infanterie-Kaserne und als Gefangenenkeller. Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1920 wurde das Schloss an die dänische Regierung verkauft.

Heute beinhaltet das Schloss ein Museum über die südjütländische Geschichte (Geschichte und Kultur des Grenzlandes) mit verschiedenen Ausstellungen ab dem Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert. Bei einem Besuch in dem historischen Museum bewegen Sie sich direkt in die verschiedenen Epochen und erleben das Gefangenenloch, den Rittersaal und die Schlosskirche. In den Ausstellungen können Sie bedeutende Ereignisse der dänischen Geschichte erleben, wie z.B. den Krieg von 1864, den 1. Weltkrieg und die Wiedervereinigung von 1920.

Eine historische Ringreiterbahn befindet sich entlang der östlichen Mauer des Schlosses. Der Bahn ist eine Kopie ausgeführt nach einem Kupferstich.

Auf der Westseite des Schlosses befindet sich neben einer jungen Eiche ein Stein mit der Aufschrift „Kvindernes Eg“. Auf Initiative von Frauenkomitees wurden 1915 an verschiedenen Orten in Dänemark Eichen für die neue Verfassung gepflanzt, durch die die Wahlrechte auf Frauen ausgedehnt wurden. Anlässlich des Gründungsjubiläums am 5. Juni 2015 wurde anlässlich des 100. Jubiläums dieser Stein gesetzt und diese Eiche gepflanzt.
Quelle: https://www.visitsonderborg.de, https://soenderborg.soroptimist-danmark.dk

Am Ende der Galerie findet ihr vier Fotos auf denen ein „Ein-Mann-Grab“ mit schwarzem Metallzaun zu sehen ist. Dies ist die Geschichte dieses Grabes aus dem deutsch-dänischen Krieg von 1864:

An dem 18. April 1864 um 4 Uhr beginnt die bis dahin gewaltsamste Bombardierung der Dybbølstellung nahe Sonderburg. Es werden knapp 8.000 Granaten innerhalb von 6 Stunden abgefeuert. Um 10 Uhr stoppt die Bombardierung und die preußischen Soldaten stürmen den linken Flügel der Dybbølstellung. Um 10:05 Uhr fällt die Schanze I und eine halbe Stunde später sind die Schanzen I bis VI von den Preußen eingenommen. Nach harten Kämpfen müssen die Dänen aufgeben und um 13:30 Uhr läuft der letzte Soldat über die Brücke nach Sonderburg – die Dybbølstellung ist verloren.

Die Dänen sind fest entschlossen für das letzte Stück, was ihnen von der Schleswiger Erde noch geblieben ist, zu kämpfen. Sie bauen eine Streitkraft auf der Insel auf, die aus 12.000 Männern besteht, verteilt über 3 Brigaden. Zwei dieser Brigaden sind fest damit beauftragt, die lange Küstenlinie zu bewachen.  Man musste jedoch erkennen, dass das 18. Infanterieregiment es nicht schaffen kann, die Preußen ohne Hilfe zurückzudrängen.

Sie kämpfen sich durch den Ort Kær mit harten Bajonettkämpfen von Haus zu Haus, um den Ort wieder zu erobern. Aber am Ende müssen die Dänen aufgeben und sich in Richtung Ulkebøl zurückziehen. Der Kampf kostete auf beiden Seiten vielen Soldaten das Leben. General Steinmann gibt den Kampf auf und zieht sich in Richtung Kegnæs zurück, gefolgt von der Brigade Roeder. Wieder ist es die 2. Brigade des Oberst Kaufmanns mit ihrem 3. und 18. Infanterieregiment, die den Rückzug deckt. Sowohl die 2. als auch die 6. Brigade zieht sich auf einer Route über Ulkebøl, Vollerup, Hørup Kirche, Majbøl, Fjelby und Skovby nach Kegnæs zurück, dies geschah ohne große Gefechte. Das 10. Infanterieregiment, das die Stadt Sonderburg verteidigen sollte, hat sich durch den Sønderskoven zurückgezogen. Andere aus dem Regiment wurden von der Marine entlang der Küste eingesammelt und daher erreichte das Regiment Høruphav ziemlich versprengt. In Høruphav kommt es zu einem Kampf mit dem Feind und hier fällt der vorletzte Soldat im Kampf um die Schleswiger Erde.

Der Soldat Nr. 557 N.C. Christensen hat sich in einem Schweinestall auf einem Hof in Høruphav versteckt. Er wird von den Preußen gefunden und obwohl er sich dem Feind ergab, wird er erschossen. Er ist der vorletzte dänische Soldat, der im Krieg 1864 gefallen ist. An eben genau dieser Stelle.

[Fotos aus dem Jahr 2018]

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