Begründete Misanthropie

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Wer mich kennt der weiss, dass ich kein Freund des Menschen bin. Je älter ich werde, je mehr ich von den Handlungen der Gattung Homo sehe und verstehe, desto enttäuschter bin ich vom gemeinen Menschen an sich. Für mich hat die Natur einen sehr hohen Stellenwert.

Die Tatsache, dass der Mensch als solcher sich durch seine Entwicklung in einen Zustand „verrannt“ hat, dem als Fundament die Herabwürdigung der Natur zugrunde liegt, ist dabei für mich nicht ausschlaggebend. Das ist ein natürlicher Prozess gewesen, an dem sich nicht rütteln lässt. Der Mensch vor 2000 Jahren hatte kaum einen Wissensstand, der die Natur in all ihrer Form hätte respektieren können. Dazu später mehr.

Heute jedoch, weiss der Mensch viel über die Zusammenhänge der Natur. Durch viele engagierte Naturforscher, und ich spreche hier über Menschen von Darwin bis Steve Irwin, hat der Mensch verstanden, dass wir ohne Pflanzen keine Luft bekommen oder, dass wenn der Hai ausstirbt das Gleichgewicht des Meeres „baden geht“. Wir haben verstanden, dass ein Tier kein seelenloses, rudimentär funktionierendes, dem Menschen nicht ansatzweise ähnliches Ding ist.

Wir haben das Wissen und m.E. auch die Möglichkeiten, jegliche Teile der Natur so zu behandeln, wie es die Natur selbst auch tut. Und hier beginnt das Abstraktum des Menschen, dessen Lernfähigkeit seltsam zweischneidig zu sein scheint.

Homo Sapiens halten sich selbst im Jahre 2014 immer noch für die „Krone der Schöpfung“. Ein Wesen, dass sich durch das Entfernen von natürlichen Prozessen „kaputtentwickelt“ hat. Ein Wesen, dass ohne Technologie, welche pauschal gegen die Natur arbeitet, nicht mehr lebensfähig ist. Die „Krone der Schöpfung“ hat sich verrannt und ist verweichlicht. Medizinische Forschung hält uns am (Über)Leben, lässt uns länger leben selbst wenn wir totkrank sind. Wir beugen die Gesetze der Natur bis an die Grenzen des Machbaren und wir rechtfertigen es mit der Begründung es „zum Wohle der Menschheit“ zu tun, obwohl es unserer Gattung mehr schadet als hilft. Es ist verblendet zu glauben, dass es dem Homo Sapiens weiterhilft, wenn die natürliche Selektion wegfällt. Unser Geschlecht, unser Genmaterial wird dünner, da nicht mehr das „Überleben der am besten angepassten Individuen (survival of the fittest)“ entscheidend ist, damit die Art nicht ausstirbt.

Und ausgetragen wird der Kampf um unsere Entwicklung auf dem Rücken der Natur. Auf allen Ebenen. Es ist ein Genozid, ein Völkermord an der Natur. Aber das will natürlich keiner wahrhaben; es gibt nichtmal ein Wort welches diese Untaten beschreibt.

Immer wieder sieht man in den Nachrichten, was dem Planeten durch uns widerfährt. Es wird natürlich nicht als so wichtig genommen wie Menschen die leiden. Immer wieder sitze ich fassungslos vor TV, Zeitung oder Internet wenn engagierte Natur- und Tierschützer den Genozid an der Natur sichtbar machen. Ich sitze hilflos da, sehe dass selbst meine Existenz diesen Terror in irgendeiner Form fördert, selbst wenn ich nicht direkt mitwirke. Ich will das nicht und kann es doch nicht ändern. Aber ich kann informieren, bei den richtigen Leuten mitwirken um zumindest eine winzige Kleinigkeit beizutragen. Es ist nie genug geholfen, nie genug darüber gesprochen!

Normalerweise propagiere ich meine Meinung nicht, aber gestern habe ich etwas gesehen, was mich nicht loslässt.

Im TV-Format SternTV gab es erneut eine Enthüllung der „SOKO Tierschutz“, einem gemeinnützigen Verein, der sich für die Rechte der Tiere, sowie den Umwelt- und Verbraucherschutz einsetzt. Diese drei Punkte sind unzertrennlich, denn nicht nur die jüngsten Skandale zeigen, dass das Leid der Tiere in den Ställen sich häufig im Betrug am Verbraucher und der Vernichtung der Umwelt fortsetzt. SOKO Tierschutz e.V. steht für konsequente Verfolgung und Aufdeckung der Täter. Wir durchbrechen die Verschleierungstaktiken und Tricks der Tiernutzungsbranche und zeigen, wie es in den Ställen, bei Tiertransporten und in den Bunkern der Tierversuchsindustrie wirklich aussieht. Unsere Mittel sind moderne Techniken, Undercover-Einsätze und die Tipps von Whistleblowern.

Hier der Link zur Seite der SOKO-Tierschutz

Ich halte sehr viel von dieser Organisation, da sie nicht nur Worte sondern insbesondere auch Taten sprechen lässt. Sie schauen über den Tellerand des Möglichen, sie passen ihre Aktionen den Gründen und der Notwendigkeit an, ähnlich wie die Sea Sheppherd Conservation Society. Das respektiere ich in hohem Masse!

Der aktuelle Fall zeigt die Tierquälerei im Zuge der „Grundlagenforschung“ auf. Im August letzten Jahres hatte sich ein verdeckter Ermittler als Pfleger am Max-Planck-Institut in Tübingen beworben. Nach einem Vorstellungsgespräch wurde er im Institut in der Abteilung für biologische Kybernetik eingestellt. Der Tierschützer wollte sehen, wie die Tierversuche dort ablaufen. Nach sechs Monaten kündigte er. „Als ich das letzte Mal die Tür hinter mir geschlossen habe, war das eine große Erleichterung“, erzählt er. Für seine Arbeit erhielt der 29-Jährige ein sehr gutes Zeugnis; er hatte sich stets gewissenhaft um die Tiere gekümmert und getan, was von ihm verlangt wurde.

Der „Zweck“ der sogenannten Grundlagenforschung ist die Erkundung verschiedener Funktionsprinzipien in Lebewesen. Oft wird sie auch als zweckfreie Forschung bezeichnet, denn nicht selten dient sie einzig und allein der Vermehrung des Wissens und nicht konkret der Heilung einer Krankheit. Darüber hinaus ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen fraglich und erfordert weiterer Studien an Menschen. Die Verwendung von Alternativmethoden und Humanstudien ist damit weitaus erfolgversprechender. Trotz alledem sind über 40% aller Tierversuche in der Europäischen Union dem Bereich der Grundlagenforschung zugeordnet und werden zumeist mit öffentlichen Geldern finanziert. In Deutschland wird Grundlagenforschung u.a. in Tübingen, Bremen, Frankfurt am Main, Göttingen und Magdeburg betrieben.

Ich möchte hier nicht im Detail wiedergeben was auf den heimlich gedrehten Videos aus dem Max-Planck-Institut in Tübingen zu sehen ist. Es treibt mir sofort die Tränen in die Augen wenn ich an die Bilder denke und das meine ich nicht metaphorisch sondern ganz ernst. Ich als gestandener 36 Jahre alter Kerl, sass gestern weinend vor dem Fernseher. Jeder der weiss wie Tiere auf Stress und jegliche Abweichung von deren natürlichen Lebensweisen reagieren, weiss dass diese Versuche gleichzustellen sind mit Folter.

Gerechtfertigt wird dieses Treiben dadurch dass solche Versuche am Menschen unethisch wären. Für Tiere trifft dieses Ethikverständnis nicht zu. Obwohl zumindest bei Affen permanent propagiert wird, dass wir „zu 99% identisch sind“. Gründe dafür seie der katholische Katechismus und historisch gewachsene Moralvorstellungen die auf abrahamitischen Religionen und hellenistisch-römische Kultur aufbauen. „Gott sagt, der Mensch steht über dem Tier“, Ansichten aus eben jenen alten Zeiten, die ich eingangs erwähnte.

Hier der Link zum Bericht auf stern.de
Hier der Link zur Sendung bei SternTV

Ich muss euch warnen! Das Videomaterial welches bei SternTV zu sehen ist, ist ausgesprochen widerwärtig!

So etwas darf nicht sein und daher möchte ich euch bitten euch über solche Zustände zu informieren. Ich möchte hier „Werbung“ für die SOKO-Tierschutz machen. Es ist in meinen Augen eine der wenigen unterstützungswerten Tier- und Naturschutzorgansationen. Für mich ist diese Form des Tierschutzes eine der wenigen ehrlichen und eine der wenigen die auch Erfolge vorweisen können. Spenden gehen an die richtigen Leute. Aber es gibt viele Wege einen Beitrag zu leisten.

Ich wäre lieber krank als durch Mittel geheilt zu werden, die mit solchen Methoden „erforscht“ wurden! So ein Umgang mit der Natur und Tieren zeugt nicht gerade von einem intelligenten Lebewesen und begründet zu grossen Teilen meine Misanthropie.

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